Ameisen (Formicidae)
Obwohl die meisten Ameisen, die wir zu Gesicht bekommen eigentlich keine Flügel tragen, werden die Ameisen in der Biologie systematisch den Hautflüglern zugerechnet, weil die Geschlechtstiere eben die hierzu typisch ausgebildeten, häutigen Flügel tragen.
Die Ameisen sind eine sehr vielfältige Familie, was Größe, Färbung und Lebensweise angeht.
Die Ameisen sollen auf dieser Website in erster Linie am Beispiel der Roten Waldameise (Formica rufa) kurz vorgestellt werden.
Am Ende der Seite noch einige weitere interessante Ameisen-Arten.
Die Rote Waldameise (Formica rufa)
Die Rote Waldameise (Formica rufa), hier rechts im Bild eine typische ungeflügelte Arbeiterin, gehört zu den größten einheimischen Ameisenarten. Die Tiere haben kräftige Kiefer die zum Beuteerwerb und zur Verteidigung kräftig zubeißen können. Hinzu kommt die bekannte Ameisensäure, die aus dem nach vorn gestreckten Hinterleib in Richtung des Angreifers gespritzt wird und in Wunden und Augen brennt!

Der Ameisenhügel, das Ameisennest
Die Rote Waldameise lebt in unseren Wäldern, vor allem in lichten Nadelwäldern, und baut über ihrem unterirdischen Nest einen großen Hügel aus Nadeln und Zweigen, es entsteht der bekannte Ameisenhügel. Der Hügel dient nicht nur zum Schutz, sondern übernimmt die wichtige Funktion einer "Klimaanlage" für das Nest. Je nach Sonneneinstrahlung, Temperatur und Witterung ist das Nest unterschiedlich gewölbt und enthält Luftschächte zur Belüftung.
Die Tiere ziehen sich über Winter in ihr Nest zurück und kommen Mitte/ Ende März dicht gedrängt heraus, wie im rechten Bild bei einer Kolonie am Waldrand zu erkennen ist.
"Startpunkt" für ein später einmal imposantes Nest ist oftmals ein Baumstumpf wie in den nächsten Bildern gezeigt. Wie schnell und fleisig die Tiere dabei arbeiten, läßt sich an diesen Bildern gut erkennen. Das linke Bild, bei dem der Baumstumpf noch gut zu sehen ist, wurde im April aufgenommen. Rund vier Wochen später ist der Baumstumpf so gut wie nicht mehr erkennbar und der Hügel hat nun eine wesentlich rundere Form erhalten.


Ökologische Bedeutung
Die Waldameisen sind wichtige Räuber deren Hauptnahrung aus verschiedensten Insekten und sonstigen Wirbellosen besteht. Die Waldameisen sind sehr nützlich, da sie auch große Mengen schädlicher Insekten vertilgen.
Eine weitere wichtige Funktion ist die Ausbreitung von Pflanzen, indem die Waldameisen die Pflanzensamen verschleppen. Wichtig ist dies z.B. für den Waldsauerklee und das Waldveilchen. Wie gut das funktioniert, sieht man im Frühjahr sehr schön am Nest, in dem nun zahlreiche eingebrachte Samen auskeimen und das Nest mit einer großen Zahl Pflanzenkeimlinge bedeckt ist.
Schutz
Aufgrund ihrer wichtigen Funktionen im Ökosystem ist es wichtig, die Rote Waldameise zu schützen.
Waldameisen sind daher nach Bundesartenschutzverordnung (BArtSchVO, Anhang 1) besonders geschützt!
Übrigens: Auch wenn Ameisen im Garten für gewöhnlich als lästig empfunden werden, sind sie doch ökologisch von besonderer Bedeutung, da sie nicht nur Schädlinge vertilgen, sondern auch den Boden, ähnlich wie Regenwürmer, durch ihre Grabtätigkeit auflockern und "umgraben".
Sonstige Ameisen
Lasius niger (Wegameise)
Wohl unsere häufigste Ameisenart in Mitteleuropa.
Hier das Bild eines geflügelten Geschlechtstieres.
Grüne Baumameise
(Oecophylla smaragdina)
Eine australische Art mit einer besonderen Eigenheit: Viel Ascorbinsäure (= Vitamin C) im Abdomen, so dass die Tiere den Aborigines als Vitamin C-Quelle dienten.
Bulldoggenameise
Die größten australischen Ameisen mit beeindruckenden, nach vorne gerichteten Mandibeln.













