Wespen, Faltenwespen: Umsiedlung von Wespennestern
Jede Wespenart bevorzugt einen bestimmten Platz, um ihr Nest zu bauen. Sehr oft werden geeignete Baumhöhlen genutzt.
In unserer ausgeräumten Landschaft müssen es dann allerdings oft Ersatzhöhlen sein. Genau hier tritt zumeist der Interessenkonflikt auf, denn viele Wespen suchen sich dann Höhlungen in der Nähe unserer Häuser, wie z.B. Rollladenkästen oder Schlupflöcher in der Holzverkleidung bzw. sind schon mit einem Dachvorsprung zufrieden.
Hier finden Sie Informationen über
- Beispiele von der Lage von Wespennestern
- Rechtliche Seite der Umsiedlung von Wespennestern
- Ablauf einer Umsiedelung
- Kosten
- Typische Fragen zum Thema "Wespen" bzw. "Wespennest"
Beispiele von der Lage von Wespennestern
Hier ein paar typische Beispiele gefundener Nester. Die Angaben zur Wespenart entsprechen eigenen Erfahrungen und gelten nicht immer.
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Hintergrundinformation zur Umsiedelung von Wespennestern
In einigen Fällen ist es sinnvoll, Nester umzusiedeln z.B. wenn das Nest in einem stark frequentierten Bereich liegt.
Achtung: Irrationale Ängste sind kein Umsiedlungsgrund!
Rechtliche Situation:
Wespen stehen als wildlebende Tiere unter allgemeinem Schutz (die Hornisse sogar unter besonderem!).
Dies bedeutet: Es ist nicht erlaubt ihre Nester einfach zu entfernen oder die Völker zu vergiften/ auszuräuchern. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz §39 (alte Version BNatSchG: §41) dürfen wildlebende Tiere nicht mutwillig beunruhigt oder ohne vernünftigen Grund gefangen, verletzt oder getötet werden! Außerdem wird in diesem Paragraphen untersagt, "die Lebensstätten zu beeinträchtigen oder zu zerstören"!
Hierzu benötigt man eine Ausnahmegenehmigung der zuständigen Naturschutzbehörde (erhält man nur mit entsprechendem Sachkundenachweis - nicht als Privatperson).
Dies bedeutet z.B., dass der Einsatz von (zwar freiverkäuflichen) Insektenschutzmitteln trotzdem ohne Genehmigung illegal ist!
Ablauf einer Umsiedelung
Aus der Sicht der Wespen ist es natürlich am besten, dass sich das Volk über Sommer entwickeln kann und erst nach "Saisonende" das leere Nest entfernt wird (es wird niemals wiederverwendet, sondern zerfällt nach und nach).
Ich bin daher bestrebt, im Rahmen einer Beratung über die Wespen zu informieren. Es hat sich gezeigt, dass in vielen Fällen eine Umsiedelung nicht notwendig ist und man sich meistens mit einfachen Methoden behelfen kann (z.B. mittels geeigneter Hilfsmittel die Einflugschneise der Tiere etwas umzulenken, so dass man nicht mehr gestört wird oder einfach ein preisgünstiges Fliegengitter anzubringen damit die Tierchen nicht im Zimmer landen).
Sie brauchen sich bei mir NICHT zu melden, wenn Sie die Tiere nur abgetötet haben wollen, ohne Interesse an einem Kompromisss zu zeigen! Abtöten kann und soll immer nur eine absolute Notlösung sein, ich bin schließlich Biologe und kein Schädlingsbekämpfer (und die Wespen KEINE Schädlinge).
Helfen diese einfachen Mittel nicht oder ist es aus anderen Gründen notwendig, wird sofern möglich (siehe Nestbeispiele oben) das Nest mitsamt dem Volk umgesiedelt:
- Die ein- und ausfliegenden Tiere werden abgefangen:
Dies erfolgt je nach Lage des Nestes und Größe der Population entweder per Abfangen mit dem Netz oder einem umgebauten Staubsauger mit Vorsatzbehälter.
- Das Nest wird vorsichtig abgenommen.
Oftmals leidet beim Abmachen/ Herausnehmen die zerbrechliche Papierhülle, die das Nest umgibt. Diese wird zumeist nach der Umsiedlung wieder nachgebaut. Wichtig ist, das der Großteil des Volkes, vor allem die Königin und die intakten Waben umgesiedelt werden - so stehen die Chancen für einen Erfolg gut.
Tiere und Nest werden dann in einem geeigneten Behältnis mitgenommen. - Im nächsten Schritt wird das Nest vorsichtig in einen geräumigen Nistkasten eingeklebt:

Die Waben werden mit Holzstäbchen fixiert, zum Befestigen hat sich die Heißklebepistole bewährt. - Die Tiere werden zugesetzt.
Ein kleiner Teil des Volkes sowie die Königin verbleiben meistens auf den Waben und lassen sich auch durch das Umsetzen nicht stören - es ist schon faszinierend, wie die Tiere so ein Nest bauen und sich um den Nachwuchs kümmern. - Die neue Wohnung wird an geeigneter Stelle aufgestellt/ aufgehängt.
Das Ausflugsloch wurde mit Butterbrotpaier abgedeckt. So ist gewährleistet, dass sich die Tiere am neuen Standort zunächst nur langsam vom Nest entfernen können und sich neu orientieren - nur so finden sie zum Nest zurück.
Das ist der Grund, weshalb es gar nichts bringt, ein Nest einfach abzunehmen, in einen Eimer zu packen und irgendwo hinzulegen - die Tiere stürzen heraus und finden nicht wieder zurück. - Kontrolle am nächsten Tag, ob das Einflugsloch aufgebissen wurde und die Tiere ein- und ausfliegen.
- Hat das gut geklappt, stehen die Chancen sehr gut, dass sich das Volk an der neuen Stelle einlebt und weiter fleissig am Nest baut und es erweitert (nun im Nistkasten).
Kosten
| Beratung
vor Ort
in Gießen und (Klein-)Linden |
0,- Euro | |
| Beratung
vor Ort außerhalb Gießens |
19,90 Euro Anfahrtspauschale bis 10 km. Der Betrag wird bei einer notwendigen Umsiedlung selbstverständlich angerechnet. | |
| Umsiedelung | ab 80 Euro je nach Aufwand (Lage des Nestes, Neststärke etc.) |
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Wohnen Sie woanders und benötigen Hilfe vor Ort: |
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Typische Fragen zum Thema "Wespen" bzw. "Wespennest"
Bleibt das Nest lange?
Das Nest besteht lediglich eine Saison, d.h. von Frühjahr bis Spätsommer, danach wird es verlassen.
Wird das Nest im kommenden Jahr "wiederverwendet"?
Nein, alte Nester zerfallen nach und nach und werden definitiv nicht weiter genutzt (ist Platz vorhanden, kann natürlich ein weiteres nebenan neu gebaut werden) .
Habe ich im Folgejahr wieder Wespen/ Wie kann ich vorbeugen?
Jedes Frühjahr suchen die Königinnen, die überwintert haben, einen ihnen geeigneten Nistplatz. D.h. es ist reiner Zufall, ob man ein Nest "bekommt" oder nicht. Generell gilt: Wer eine Wohnung/ Haus hat, hat immer die Chance, selbst wenn alle Öffnungen verschlossen werden - Auf dem Balkon gelagerte Sachen können ebenso einen geschützen
Platz darstellen wie der (kleine) Dachvorsprung.
Ich habe ein Wespennest, was kann ich machen?
Wespen sind prinzipiell nützliche Tiere, da sie Schädlinge fressen und normalerweise nur bei Störungen am Nest aggressiv. Einfache Abhilfe schafft oft ein Sichtschutz, damit die Tiere einem nicht ständig sehen oder der die Ausflugsrichtung für Sie entschärft. Sofern es sich nicht um Deutsche oder Gemeine Wespe handelt, ist dies eigentlich in den meisten Fällen ausreichend bzw. auch die erste Wahl, wenn das Nest nicht umgesiedelt werden kann (hinter einer Verkleidung z.B.).
Ich habe bei mir Hornissen, was muss ich beachten?
Eins vorweg: Hornissen sind
wesentlich unproblematischer als die beiden Arten Deutsche und Gemeine Wespe. Zum einen sind sie weniger aggressiv, zum anderen kommen sie nicht an den Essenstisch. Ein weiterer Vorteil:
Sie dezimieren andere Wespen bzw. beugen vor, dass sich diese bei Ihnen einnisten. Sofern man die Tiere nicht in unmittelbarer Umgebungen (rund 2-5 m) des Nestes stört, hat man so gut wie nie Probleme.
Wichtig zu wissen: Im Gegensatz zu anderen Wespen, fliegen die Hornissen auch Nachts und werden wie andere Fluginsekten vom Licht angelockt (dort können sie ja Beute erwarten). Bei offenen Fenstern gilt also Licht aus (oder ein Fliegengitter davor).


























