Wespen: Gallwespen
Zu dieser Gruppe zählen kleine Tiere, die mittels ihres Legebohrers ihre Eier in Pflanzen (oft Eichen) ablegen. Durch pflanzenhormonähnliche Substanzen kommt es zu einem Wuchern des Blattgewebes, von dem sich die Larven ernähren.
Die so entstehenden Wuchsabnormitäten nennt man Pflanzengallen. Diese sehen je nach Parasit und Wirtspflanze charakteristisch aus. Beispiele finden sich z.B. bei
Pflanzengallen bei Eichen

Bei der Eiche sind zahlreiche verschiedene Gallenformen zu finden. Auf den rechten Bildern ist z.B. die Pfennig-Gallwespe (Neuroterus numismalis) mit Linsengalle auf einem Eichenblatt (oben) bzw. zahlreiche Gallen auf einem Blatt (unten) zu sehen.


Die Eichen-Gallwespe Neuroterus quercus-baccharum hat einen interessanten Generationswechsel, der optisch an der Form der Gallen erkennbar ist:
Im Frühjahr entstehen kugelige Gallen (etwa Erbsengröße), die von einem unbegatteten Weibchen ausgehen. Das obere Bild zeigt die Gallen an der Blattunterseite, beim Bild in der Mitte ist eine Galle aufgeschnitten und es wird die dicke Wand und die in der entstehenden Kammer lebende Larve sichtbar.
Das untere Bild zeigt die Gallenform wie sie ab Spätsommer auftritt. Diese Linsengallen werden nun von den begatteten Weibchen erzeugt, die darin befindlichen Larven überwintern in diesen Gallen.
Cynips quercusfolii (Gewöhnliche Eichengallwespe) bildet große kugelige Gallen bis ca. 2,5 cm Durchmesser, die aufgrund der Größe auch als Galläpfel bezeichnet werden. Hieraus wurde früher die so genannte Eichengallustinte hergestellt.
Andricus kollari bildet ebenfalls große kugelige Gallen bis fast 3 cm Durchmesser. Aus diesen schlüpfen im Herbst Männchen und Weibchen. Diese stechen Eichenknospen an, wobei die entstehende Galle unscheinbar bleibt. Erst die daraus entwickelnden (unbefruchteten) Wespen produzieren dann wieder die auffallenden Kugelgallen an den Trieben.
Weibchen von Biorhiza pallida (Eichenschwammgallwespe) legen ihre Eier in Eichenknospen ab. Hieraus entstehen so genannte Schwammgallen.
Pflanzengallen bei der Rose

Im oberen Bild ist die Galle der Rosengallwespe Diplolepis rosae zu sehen, hervorgerufen an einer Wildrose. Die Gallen sind quastenförmige Gebilde, die als Schlafäpfel oder auch Rosenschwämme bezeichnet werden.
Im unteren Bild wurde die Galle aufgeschnitten und es ist zu erkennen, dass sich in der Galle mehrere Kammern befinden, von denen jede von einer Larve "bewohnt" wird.













