Exkursionen - Gießen, Naturschutz- und FFH-Gebiet Bergwerkswald
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Dass das Naturschutzgebiet etwas besonderes ist, zeigt alleine schon die Tatsache, dass es auch als so genanntes FFH-Gebiet (FFH = Flora-Fauna-Habitat) ausgewiesen ist und zum Natura 2000-Verbund gehört.
Der Wald

Je nach Standort ein Waldmeister- oder Labkraut-Buchenwald.
Durch das luftfeuchte Klima bietet der Bergwerkswald einen idealen Landlebensraum für Amphibien, zumal der Wald kaum bewirtschaftet wird und somit viel Totholz liegen bleibt.
So findet man hier mit dem Kammmolch (Triturus cristatus) z.B. eine seltene Schwanzlurchart, die nicht nur national durch das BNatSchG, sondern sogar auf EU-Ebene nach FFH-Richtlinie geschützt ist (gelistet im Anhang II und IV). Er ist mit bis zu maximal 20 cm unser größter Molch. Während der laichzeit sind die männlichen Tiere sehr gut an dem namengebenden Kamm zu erkennen.
Kalkfelsen


Lokal eingestreut findet man einige Kalkfelsen mit Moos- und Flechten-Gesellschaften.
Diese bilden je nach Besonnung auch ideale Plätze für die Geburtshelferkröte, die eher an Land als im Wasser zu finden ist.
Wer den Ruf der Erdkörte hört, denkt zumeist an ein eher technisches Geräusch. Dieser helle Glockenton hat der Art auch den Trivialnamen "Glockenfrosch" eingebracht. Aber noch ein weiteres Merkmal macht die Geburtshelferkröte zu einer Besondergheit: Im Gegensatz zu unseren anderen Froschlurchen betreibt sie Brutpflege und verbessert so die Überlebenschancen der kleinen Kaulquappen.
Die Gewässer
Diese sind sehr vielgestaltig, sowohl was ihre Größe und Tiefe, als auch ihre Ufervegetation (und damit Beschattung/ Besonnung) betrifft.






Besonders die kleineren, flacheren sind hier für Amphibien ideal. Während in den großen, tiefen Gewässern Fische dem Laich und den Kaulquappen nachstellen können, fallen die flacheren Gewässer je nach Niederschlag auch einmal trocken - schlecht für den Fischbesatz, gut für Amphibien. So wundert es nicht, dass man hier neben der oben gezeigten Geburtshelferkröte auch weitere Amhibien findet.


Natürlich kommt hier auch die bei uns recht häufige Erdkröte vor. Diese ist in der Färbung relativ variabel und hat eine warzige Haut. Typische Erdkrötengewässer sind im Frühjahr sehr gut besucht und entsprechend umfangreich ist auch die Menge an Kaulquappen, die aus den in Eischnüren abgelegten Eiern schlüpfen.

Ebenso häufig kommt bei uns der Grasfrosch vor. Dieser zählt zu den Braunfröschen und ist dementsprechend nicht immer grün, sondern oft überwiegen die Brauntöne.
Er ist normalerweise der erste in den Laichgewässern, wo die Laichballen oft in großen Ansammlungen abgelegt werden.
Das Bild zeigt eine Stelle von etwa einem Quadratmeter, auf dem die Laichballen dicht an dicht liegen.
Eine Besonderheit, die dagegen nicht überall gefunden wird ist der Springfrosch.
Er fällt durch seinen schlanken Körper und die langen Beine auf.
Sonstige Tiere
Eine Besonderheit lief bei einem Nachtspaziergang im wahrsten Sinne des Wortes über den Weg: Eine Spinne. Dies an sich ist zwar nichts Besonderes, wohl aber die Art hier. Sie gehört zu der einzigen bei uns vorkommenden Gattung Atypus der Vogelspinnenartigen - eine Tapezierspinne. Diese leben normalerweise in Erdröhren, die mit einem Gespinst ausgekleidet werden. Dieses setzt sich über der Oberfläche fort und dient als Versteck. Kommt Beute vorbei, wird diese aus dem gespinst heraus an-/ergriffen. Während Weibchen in der Röhre verbleiben, gehen die Männchen auf Partnersuche auch auf Wanderschaft.
Bei den vielen Gewässern dürfen Libellen natürlich nicht fehlen.









Wo:
Gießen (Mittelhessen)







